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Nov
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Wasserführende Kamine verbinden zwei grundlegende Vorteile miteinander: Sie sorgen für behagliche Kaminatmosphäre und liefern je nach Leistung Wärme für das ganze Haus. Das macht sie besonders energieeffizient und bei der Verwendung von Scheitholz und Holzpellets sogar umweltschonend. Im nachfolgenden möchten wir Ihnen die Vorzüge eines mit Holz betriebenen, wasserführenden Kamins vorstellen.

Wie funktioniert ein wasserführender Kamin?

Im Gegensatz zum herkömmlichen Kaminofen gibt der wasserführende Ofen nur einen Teil seiner Energie als Strahlungswärme an den Raum ab. Der andere Teil wird an den Wasserwärmetauscher abgegeben. Dieser leitet das erwärmte Wasser an einen Pufferspeicher im Keller, von wo aus die Wärme in das zentrale Heizsystem eingespeist wird. Von hier aus besteht die Möglichkeit, sämtliche Räume des Hauses zu beheizen oder das Warmwasser aufzubereiten.

Normalerweise ergänzt der wasserführende Kamin eine ohnehin vorhandene Heizöl-, Gas- oder Brennwertheizung. Er kann aber auch durchaus die Aufgabe einer Zentralheizung erfüllen. Dann ist es allerdings notwendig ein Modell zu wählen, das für den Dauerbetrieb geeignet ist. Herkömmliche wasserführende Kamine sind nur für wenige Stunden Betriebsdauer am Tag ausgelegt.

Worin besteht der Unterschied zu herkömmlichen Kaminöfen?

Im Innenteil des wasserführenden Kaminofens befindet sich um den Brennraum eine sogenannte Wassertasche.Sie sorgt für eine hohe Wärmeausbeute und wenig Verluste. Die Wassertasche ist über Leitungen an den Heizwasserkreislauf angeschlossen.

Wird der wasserführende Kamin befeuert, erwärmt sich das Wasser im Brennraum, von wo aus dieses in den Pufferspeicher geleitet wird. Kühles Wasser aus dem Pufferspeicher hingegen wird zurück zum Ofen geführt. Der wasserführende Kamin stellt eine gute Alternative für Niedrigenergiehäuser dar, da ein herkömmlicher Kamin die gut isolierten Räume schnell überhitzen würde. Im Gegensatz zum klassischen Kamin muss ein wasserführender Kamin für den Fall eines Stromausfalls mit einer Wassernotkühlung gesichert sein. Das ist vor allem dann relevant, wenn der Kaminofen für den Dauerbetrieb angedacht ist.

Der Pufferspeicher: Was müssen Sie beachten?

Der Pufferspeicher ist bei einem wasserführenden Kamin das A und O. Er nimmt die überschüssige Wärme des Kaminofens auf und gibt sie später wieder ab, wenn die Raumtemperaturen erneut sinken. Aus diesem Grund muss der Pufferspeicher ausreichend groß dimensioniert sein und einen entsprechend großen Platz im Heizungskeller eingeräumt bekommen. Abhängig von der Wärmeleistung des Ofens sollte der Pufferspeicher mehrere 100 bis 1000 Liter Wasser enthalten.

Wann lohnt sich ein wasserführender Kamin?

Ob sich ein wasserführender Kamin für Ihren Alt- oder Neubau lohnt, kann nicht pauschalisiert werden. Da es sich um eine höhere Investition handelt, müssen Sie diese zuvor gut durchrechnen. Möchten Sie einen Kamin vordergründig wegen der behaglichen Atmosphäre und nur gelegentlich verwenden, lohnt sich ein wasserführendes Exemplar eher nicht.

Eine Überlegung wert ist der wasserführende Kamin hingegen, wenn Sie bereits eine Solaranlage mit einem ausreichen großen Pufferspeicher besitzen. Dann reduzieren sich die Kosten für die Neuanschaffung und haben zugleich für die Warmwasseraufbereitung in den warmen Sommermonaten gesorgt. Gut gedämmte Häuser, wie beispielsweise Niedrigenergiehäuser, können den wassergeführten Kamin durchaus als alleinige Zentralheizung für Warmwasser und Heizwärme nutzen.

Drei wesentliche Kriterien müssen bei dem wassergeführten Kamin erfüllt sein:

  1. Es ist ein ausreichend großer Pufferspeicher vorhanden
  2. Der Aufstellraum für den Ofen ist an ein Zentralheizungs-Rohrnetz angeschlossen
  3. der Schornstein eignet sich für eine Mehrfachbelegung (relevant, wenn wasserführender Kamin eine Ergänzung zur Öl- oder Gasheizung darstellt)

Lassen Sie sich in jedem Fall vor der Planung und Umsetzung gewissenhaft durch einen Energieberater oder Schornsteinfeger beraten.

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