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Feb
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Das Heizen mit Holz ist eine günstige, emissionsarme Heizmethode. Damit der Schadstoffausstoß wirklich gering bleibt und die Wohnung oder das Haus energieeffizient beheizt wird, müssen Sie beim Anfeuern und anschließenden Heizbetrieb einige Punkte beachten. Dazu gehören auch das richtige Holzaufschichten und die Luftzufuhr.

Die Anzündphase: Luft und dünnes Feuerholz sind entscheidend

Benutzen Sie für das Anzünden dünne, gespaltene, daumendicke Hölzer. Dadurch wird die Anzündphase kurzgehalten und hohe Temperaturen werden schnell erreicht. Das wiederum führt dazu, dass die Holzgase austreten und gut verbrennen können.

Greifen Sie bei der Anzündhilfe nicht auf Altpapier zurück, sondern nutzen Sie spezielle Kamin-Anzündmittel, wie Anzündkissen, Zündwolle oder Anzündstäbchen aus gepresster Holzfaser. Entzündet sich bedrucktes Papier, werden gefährliche Schadstoffe durch Druckerschwärze und Bindemittel frei. Diese können die Glasscheibe stark verschmutzen und sind schwer zu entfernen. Außerdem behindern die Papierascheflocken die Luftzufuhr, während der Anzünder für mehrere Minuten eine konstante Zündwärme erzeugt.

Nicht zu verwenden sind:

  • brennbare Flüssigkeiten, wie Spiritus, da Verpuffungsgefahr besteht.
  • Rindenbriketts
  • Sperrholz, Spanplatten, Faserplatten oder sonstiges verleimtes Holz
  • Mit Holzschutzmittel behandeltes Holz
  • Kunststoffe
  • Gestrichenes oder lackiertes Holz

Wenn Sie einen Heizeinsatz mit Bodenrost besitzen, sollten Sie ihn beim Heizen mit Holz von unten anzünden. Bei Kaminen ohne Rost empfiehlt sich das Anzünden von oben. Bei den jeweiligen Anzündmethoden gehen Sie wie folgt vor:

Anzünden von oben:

1. Legen Sie zwei oder drei gespaltene Holzscheite mit einem Umfang von etwa 20 cm parallel nebeneinander und lassen Sie zwischen den Scheiten etwas Platz. Die Spaltkante sollte nach oben zeigen.
2. Auf dieser Lage stapeln Sie die Anzündhölzer quer zueinander, drei bis vier Lagen reichen aus. Zwischen die Anzündhölzer geben Sie das Anzündmittel.
3. Stellen Sie den Luftzufuhr-Regler so ein, dass maximal Luft einströmen kann. Nur dann kann sich das Feuer schnell entfachen und ausbreiten. Beachten Sie hierzu auch die Bedienungsanleitung des Gerätes.
4. Zünden Sie die Anzündhilfe an.

Anzünden von unten:

1. Beginnen Sie mit den Anzündhölzern und stapeln drei bis vier Lagen quer zueinander, dazwischen das Anzündmittel.
2. Auf den Anzündholz-Stapel legen Sie zwei oder drei gespaltene Holzscheite. Die Spaltkante sollte nach unten zeigen.
3. Öffnen Sie die Luftzufuhr maximal, damit viel Luft beim Entzünden einströmt.
4. Entzünden Sie die Anzündhilfe.

Der Heizbetrieb: Richtige Luftregulation und Holznachschub

Verringern Sie die Luftzufuhr erst, wenn sich die Flammen über die gesamte Holzmenge ausgebreitet haben. Ansonsten können die freigesetzten Gase nicht optimal verbrennen. Möchten Sie Holzscheite nachlegen, warten Sie, bis eine Grundglut entstanden ist, bei der noch kleine Flammen sichtbar sind. Legen Sie die Holzscheite mit der Spaltkante nach unten zeigend vorsichtig auf die Glut und halten Sie die Menge der Scheite eher gering. Wer effizient heizt, legt öfter Holz nach, statt gleich eine große Menge Scheite zu nehmen – so, wie es der Wärmebedarf im Raum erfordert.

Nach dem Einlegen der neuen Scheite öffnen Sie den Luftschieber. Dadurch können sich die Scheite leichter entzünden. Erst wenn sie Feuer gefangen haben, drosseln Sie die Luftzufuhr bis zum normalen Heizbetrieb.

Achten Sie beim Ende des Heizbetriebs darauf, die Luftzufuhr erst nach dem Erlöschen der Glut ganz zu schließen. Das verhindert ein schnelles Auskühlen der Feuerstelle und des Aufstellraumes.

Gefahren beim falschen Umgang mit dem Heizeinsatz

Viele glauben, dass sie einen langen Abbrand und langanhaltende, wohltuende Wärme erzeugen, wenn sie nach dem Anheizen den Luftschieber schließen. Dabei besteht die Gefahr, dass die fehlende Luftzufuhr den Verbrennungsvorgang behindert, da aus dem Holz austretende Gase nicht komplett verbrennen. Es entstehen Schwelgase, von denen vor allem das Kohlenmonoxid gefährlich ist. Das Gasgemisch kann eine Verpuffung verursachen, wenn plötzlich Sauerstoff durch Öffnen des Luftschiebers oder der Feuerraumtür hinzukommt. Außerdem kann eine unvollständige Verbrennung zu starken Ablagerungen von Ruß und Glanzruß führen, was die Gefahr von Rußbränden erhöht.

Es ist also entscheidend, den gesamten Brennvorgang über ausreichend Luft zuzuführen. Nur wenn die gasförmigen Bestandteile fast vollständig verbrennen, ist ein ungefährlicher, effizienter Heizbetrieb möglich.

Heizen mit Holz: Brennvorgang im Auge behalten

Wer emissionsarm, sparsam und effizient heizt beachtet folgende Faktoren:

  • Auswahl des geeigneten, trockenen Brennholzes
  • die richtige Luftzufuhr – beim Anheizen, beim Normalbetrieb und dem Nachlegen
  • das richtige Stapeln des Holzes
  • das ausgewogene, an die jeweiligen Bedürfnisse angepasste Nachlegen neuer Holzscheite

Die Einstellung der Verbrennungsluft beim Heizen mit Holz kann auch automatisch erfolgen. Mit Hilfe einer elektronischen Abbrandsteuerung wird die Verbrennungsluft zu jedem Zeitpunkt optimal zugeführt. Ein sehr guter Wirkungsgrad, sparsamer Holzverbrauch und geringer Schadstoffausstoß sind mit einer Abbrandsteuerung möglich.

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